{"id":1934,"date":"2013-10-31T08:57:27","date_gmt":"2013-10-31T07:57:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.globonet-blog.ch\/?p=1934"},"modified":"2013-10-30T11:59:59","modified_gmt":"2013-10-30T10:59:59","slug":"strategie-freek-vermeulen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.globonet.ch\/globonet-blog-ch\/2013\/10\/31\/strategie-freek-vermeulen\/","title":{"rendered":"Wenn die Marketing-Strategie gar keine ist\u2026"},"content":{"rendered":"<p>Vom international operierenden Grosskonzern bis hin zur Ein-Mann-Bude: Man hat eine Strategie. Wenn schon kein Dokument existiert, auf dem in fetten Lettern \u201eStrategie\u201c prangt, dann gibt es zumindest ein, zwei PowerPoint Pr\u00e4sentationen, die das Thema behandeln. \u2013 Gut aufgestellt, k\u00f6nnte man meinen. Doch weit gefehlt! Nicht \u00fcberall, wo Strategie draufsteht, ist auch eine drin. Und viele, die glauben, eine zu besitzen, haben nichts als Makulatur.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.freekvermeulen.com\/\" target=\"_blank\"><strong>Freek Vermeulen<\/strong><\/a>, Associate Professor an der London Business School, hat drei popul\u00e4re Irrt\u00fcmer zusammengetragen, die im Zusammenhang mit Strategien immer wieder auftauchen.<\/p>\n<h2><b>Ziele sind noch keine Strategie<\/b><\/h2>\n<p>\u201eWir wollen die Nummer eins oder zwei am Markt sein\u201c \u2013 Wir alle haben das dutzendfach geh\u00f6rt. Der Vorsatz an sich ist l\u00f6blich. Das Problem nur: Er beschreibt das Ziel und nicht den Weg dorthin. Dabei sollte die Strategie genau dar\u00fcber Aufschluss geben: Wie schaffe ich es, die von mir festgesteckten Ziele auch wirklich zu erreichen? Was ist notwendig? Was ist zu tun?<\/p>\n<p>Die Strategie bringt die Notwendigkeit mit sich, Entscheidungen zu treffen \u2013 echte, folgenschwere Entscheidungen. Die Nummer eins am Markt zu sein, ist keine solche Entscheidung. Schliesslich w\u00fcrde sich keiner freiwillig damit begn\u00fcgen wollen, die Nummer 87 zu sein.<\/p>\n<p>Wer einen Marathon gewinnen will und mit dem Motto an den Start geht \u201eIch muss besser sein als alle anderen\u201c, hat gute Absichten \u2013 aber keine Strategie. Die n\u00e4mlich w\u00fcrde verraten, welche konkreten Massnahmen zu diesem Ziel f\u00fchren sollen (Trainingsplan, Ern\u00e4hrung, etc.).<\/p>\n<h2><b>Eine Strategie darf kein Staatsgeheimnis sein<\/b><\/h2>\n<p>Viele Unternehmen schm\u00fccken sich mit einer phantastischen Strategie. Sie haben in m\u00fchseliger Kleinarbeit und vielen, vielen Sitzungen einen Katalog an Einzelmassnahmen ausgearbeitet, die fein aufeinander abgestimmt sind. Das Wertversprechen ist darin ebenso geregelt wie die explizite Zielgruppe, die es zu bedienen gilt. Soweit nicht verkehrt. Fragt man aber einen Angestellten aus dem mittleren Management \u2013 also einige Etagen tiefer \u2013, was der Inhalt der Strategie denn eigentlich sei, dann sieht man fragende Gesichter.<\/p>\n<p>Wir lernen: Alles, was das Verhalten der Menschen in einer Organisation nicht direkt und nachhaltig \u00e4ndert, tr\u00e4gt das Strategie-Siegel zu Unrecht. Wenn niemand von ihr weiss, wenn keiner sie versteht, kann die Strategie keinen Einfluss \u00fcben \u2013 weder auf Handlungen noch auf Entscheide. Die Strategie muss offen und klar kommuniziert werden, an jedem Ort im Unternehmen.<\/p>\n<h2><b>Strategie ist nicht, was Sie eh schon tun<br \/>\n<\/b><\/h2>\n<p>Wenn Firmen darangehen, ihre Strategie auf Papier zu bringen, suchen sie Formulierungen: Was tun wir aktuell? Was haben wir immer schon getan? Und wie dr\u00fccken wir das aus?<\/p>\n<p>Dagegen ist nichts einzuwenden \u2013 solange das, was Sie tun, auf einem Set aus stimmigen, koh\u00e4renten Einzelentscheidungen basiert (in anderen Worten: auf einer Strategie). In den meisten F\u00e4llen allerdings kommt ein Haufen an nichtssagenden Floskeln heraus, die nichts anderes tun, als zum \u201eDurchhalten!\u201c aufzurufen \u2013 ungeachtet der Tatsache, dass s\u00e4mtliche Aktivit\u00e4ten nicht im geringsten Zusammenhang stehen.<\/p>\n<p>Als abschreckendes Beispiel f\u00fchrt Freek Vermeulen Ahold an, den niederl\u00e4ndischen Betreiber von Supermarktketten. \u201eMulti-format, multi-local, multi-channel\u201c hatte sich Ahold strategisch auf die Fahnen geschrieben \u2013 von allem etwas und nichts im Detail. Dass der Konzern mit diesem Motto nicht eben erfolgreich war, wundert da kaum.<\/p>\n<h2><b>Und nun?<\/b><\/h2>\n<p>Professor <a href=\"http:\/\/www.london.edu\/facultyandresearch\/faculty\/search.do?uid=cmarkides\" target=\"_blank\"><strong>Costas Markides<\/strong><\/a> von der London Business School bringt es auf den Punkt: \u201eBei der Strategie geht es darum, Entscheidungen zu treffen \u2013 <i>wer, was, wie<\/i>: Wer ist Ihre Zielgruppe? Was verkaufen Sie? Und wie schaffen wir es, die value proposition erfolgreich zu vermitteln?\u201c Wer diese Fragen mit einzelnen Entscheidungen beantworten kann, die sich gegenseitig beeinflussen und st\u00e4rken, hat tats\u00e4chlich eine Strategie.<\/p>\n<p>Hier geht&#8217;s zu Freek Vermeulens <a href=\"http:\/\/www.marketingmagazine.co.uk\/article\/1218252\/when-marketing-strategy-isnt-really-strategy\" target=\"_blank\">Artikel<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom international operierenden Grosskonzern bis hin zur Ein-Mann-Bude: Man hat eine Strategie. 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